{"id":21227,"date":"2022-09-29T12:48:38","date_gmt":"2022-09-29T12:48:38","guid":{"rendered":"https:\/\/biocybernetics.de\/?p=21227"},"modified":"2022-10-02T16:03:32","modified_gmt":"2022-10-02T16:03:32","slug":"carnosin-ein-natuerliches-lebensverlaengerndes-mittel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/biocybernetics.de\/en\/carnosin-ein-natuerliches-lebensverlaengerndes-mittel\/","title":{"rendered":"Carnosin \u2013 Ein nat\u00fcrliches lebensverl\u00e4ngerndes Mittel"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h1><b><span style=\"color: #000080; font-family: Arial;\">Carnosin \u2013 ein nat\u00fcrliches lebensverl\u00e4ngerndes Mittel<\/span><\/b><\/h1>\n<p><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Eine Substanz die unsere funktionalen Lebensgrundlagen \u2013 Zellen, Proteine, DNA-Lipide \u2013 sch\u00fctzt und n\u00e4hrt, kann guten Gewissens als ein Agens f\u00fcr Langlebigkeit bezeichnet werden. Wenn diese Substanz sicher ist, von Natur aus in der Nahrung und im K\u00f6rper gegenw\u00e4rtig und nachgewiesener Ma\u00dfen die Lebensspanne bei Tieren und menschlichen Zellkulturen verl\u00e4ngert, dann geh\u00f6rt sie in jedes Programm, das die gesunde Verl\u00e4ngerung des Lebens im Auge hat. Berge von Untersuchungen zeigen, dass dem Carnosin ein derartiges Antialterungs-Potential zuzuschreiben ist.<br \/>\nCarnosin ist ein multifunktionales Dipeptid und stellt eine Kombination der Aminos\u00e4uren Beta-Alanin und L-Histidin dar. Langlebende Zellen wie Nervenzellen (Neuronen) und Muskelzellen (Myocyten) zeigen hohe Carnosinwerte. Das Carnosinniveau im Muskel von Tieren steht in Bezug zu ihrer maximalen Lebensspanne (Hipkiss AR et al., 1995).<br \/>\nLaboruntersuchungen zur Zellalterung (am Ende des Zyklus sich teilender Zellen) lassen vermuten, dass zuvor genanntes Faktum kein Zufall ist. Carnosin besitzt die bemerkenswerte Eigenschaft, Zellen in eben diesem Stadium zu verj\u00fcngen, ihr normales Aussehen wiederherzustellen und die zellul\u00e4re Lebensspanne zu erweitern.<br \/>\nWie kommt diese zellverj\u00fcngende Wirkung zustande? Wir wissen bis heute noch nicht die ganze Antwort, aber seine F\u00e4higkeiten k\u00f6nnten uns auf Schl\u00fcsselmechanismen der Gewebe- und Zellalterung weisen als auch auf Ma\u00dfnahmen diesen entgegenwirken zu k\u00f6nnen.<br \/>\nCarnosin verk\u00f6rpert das biochemische Paradox des Lebens: Elemente die das Leben ausmachen und erhalten \u2013 Oxygen, Glukose, Lipide, Protein, Spurenelemente \u2013 w\u00e4hrend es gleichzeitig durch Hemmung Leben zerst\u00f6ren kann. Vor dieser destruktive Eigenschaft sch\u00fctzt es jedoch durch seine potenten antioxidativen, antiglykolisierenden, aldehydl\u00f6schenden und metallchelierenden Eigenschaften (Quinn PJ et al., 1999, Hipkiss AR und Preston JE et al., 1998). Gr\u00f6\u00dfter Nutznie\u00dfer sind die wichtigsten Bausteine des K\u00f6rpers &#8211; die Proteine.<\/span><\/p>\n<p>Unser K\u00f6rper besteht weitestgehend aus Proteinen. Ungl\u00fccklicherweise neigen Proteine w\u00e4hrend ihres Alterungsprozesses durch Oxidation und Wechselwirkungen mit Zuckern oder Aldehyden zu destruktiven Ver\u00e4nderungen. Diese Proteinmodifikationen werden durch Oxidation, Carbonisierung, \u00dcberkreuzbindungen, Glykolisierung und dem Endprodukt fortgeschrittener Glykolisierung (AGE) verursacht und kommen in all den typischen Merkmalen des Alterungsprozesses wie Faltenbildung der Haut, Katarakten und Neurodegeneration zum Ausdruck. Carnosin hat sich in Untersuchungen gegen all diese Formen der Proteinmodifikation als wirksam erwiesen.<\/p>\n<p>Als Antioxidanz neutralisiert Carnosin die sch\u00e4dlichsten Freien Radikale wie Hydroxylradikale, Superoxydradikale, den Singulettsauerstoff und die Peroxydradikale. \u00dcberraschenderweise zeigte sich Carnosin ebenfalls in der Lage, auch die Chromosomen vor oxidativer Sch\u00e4digung zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Die F\u00e4higkeit von Carnosin zur Bindegewebsverj\u00fcngung erkl\u00e4rt seine g\u00fcnstige Wirkung bei der Wundheilung. Die Alterung der Haut ist an Proteinmodifikation gebunden. Besch\u00e4digte Proteine kumulieren, bilden \u00dcberkreuzbindungen in der Haut, bilden Falten und verursachen den Verlust an Elastizit\u00e4t. In der Linse des Auges sind Protein\u00fcberkreuzbindungen Teil der Kataraktbildung.<br \/>\nCarnosinaugentropfen k\u00f6nnen eine Abnahme der Sehf\u00e4higkeit mit bis zu 100%tigem Erfolg bei prim\u00e4rem senilem Katarakt und mit bis zu 80%tigem Erfolg in F\u00e4llen von massivem senilen Katarakt verz\u00f6gern (Wang AM et al., 2000).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Das Carnosinniveau<\/h2>\n<p>sinkt mit dem Alter. So verringern sich die Carnosinwerte im Muskel zwischen dem 10ten und dem 70sten Lebensjahr um 63%, was der normalen altersbezogenen Abnahme an Muskelmasse und \u2013funktion entspricht (Stuerenberg HJ et al.,). Da Carnosin die Wirkung eines pH-Puffers besitzt, kann es Muskelzellmembranen unter sauren Bedingungen muskul\u00e4rer Anspannung vor Oxidation sch\u00fctzen. Carnosin erm\u00f6glicht dem Herzmuskel durch erh\u00f6hte Calciumreaktion in den Herzmuskelzellen eine erh\u00f6hte Kontraktionseffizienz (Zaloga GP et al., 1997).<\/p>\n<p>Die hohen Carnosinwerte im Gehirn dienen als nat\u00fcrlicher Schutz vor \u00e4u\u00dferen Giften, vor Kupfer- und Zinksch\u00e4digung, Protein\u00fcberkreuzbindungen und Glykolisierung, speziell aber vor Oxidation der Zellmembranen. Tierstudien zeigen einen weitgestreuten Schutz bei simulierten Schlaganf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Da heute immer mehr Menschen vom Fleischverzehr Abstand nehmen \u2013 der Hauptlieferant f\u00fcr Carnosin \u2013 wird eine zus\u00e4tzliche Erg\u00e4nzung immer wichtiger. Carnosine ist v\u00f6llig sicher und absolut ungiftig, selbst in Dosen von 500mg per Kilogramm K\u00f6rpergewicht in Tierstudien (Quinn PJ et al., 1992). Es ist besonders vorteilhaft, dass Carnosin selbst in hohen Dosen sicher ist, da der K\u00f6rper dann geringere Mengen an Carnosin neutralisieren w\u00fcrde. Das Enzym Carnosinase (Quinn PJ et al., 1992) mu\u00df mit einer gr\u00f6\u00dferen Mengen an Carnosin versorgt werden, als es schlie\u00dflich zu neutralisieren vermag, um f\u00fcr den \u00fcbrigen K\u00f6rper ausreichend freies Carnosin verf\u00fcgbar zu haben.<\/p>\n<h3><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\"><br \/>\nBiologische Verj\u00fcngung<\/span><\/h3>\n<p>Es ist bekannt, dass unsere Zellen im Laufe des Lebens nur eine begrenzte F\u00e4higkeit zur Teilung besitzen. Menschliche f\u00f6tale Fibroblasten (Vorstufen der Fibrozyten (spindelf\u00f6rmige Zellen des Bindegewebes)) teilen sich nicht mehr als etwa 60 bis 80 mal in Laborkulturen. Bei jungen Erwachsenen haben die Fibroblasten noch 30 bis 40 Zellteilungen vor sich, w\u00e4hrend in h\u00f6herem Alter nur noch 10 bis 20 \u00fcbrig bleiben.<\/p>\n<p>Wenn kultivierte Zellen die Hayflick-Grenze erreichen, dann teilen sie sich weniger oft und nehmen auffallende irregul\u00e4re Formen an. Sie ordnen sich nicht mehr in paralleler Formation, nehmen eine granulare Form an und weichen von ihrer normalen Gr\u00f6\u00dfe und Form ab (McFarland GA et al., 1994). Diese gest\u00f6rte Erscheinung wird als der alternde Phenotyp bezeichnet. Sie k\u00fcndigen sich im Zwischenstadium der zellul\u00e4ren Alterung an, das noch bis vor kurzem als irreversibel galt. (siehe dazu den Artikel &#8220;Carnosin und Zellalterung&#8221; in dieser Ausgabe).<\/p>\n<p>In einer bemerkenswerten Reihe von Experimenten haben Wissenschaftler an einem Australischen Untersuchungsinstitut zeigen k\u00f6nnen, dass Carnosin die Zellen verj\u00fcngt, wenn sie sich dem Alterungsstadium n\u00e4hern<br \/>\nDas besondere an der F\u00e4higkeit des Carnosin ist, dass es die Anzeichen an der Schwelle des Alterns umzukehren vermag. Wenn die Wissenschaftler &#8220;Sp\u00e4tpassierer&#8221;-Fibroblasten in ein carnosinhaltiges Medium \u00fcbertragen, dann zeigen diese eine verj\u00fcngte Erscheinung und h\u00e4ufig eine erh\u00f6hte F\u00e4higkeit zur Teilung. Sie wuchsen wieder in ihren urspr\u00fcnglichen Anordnungen junger Fibroblasten und zeigten ein einheitliches Erscheinungsbild. Wurden die Fibroblasten jedoch in das carnosinlose Medium zur\u00fcckgesetzt, dann zeigten sich alsbald wieder die Zeichen des Alterns.<br \/>\nDas carnosinhaltige Medium verl\u00e4ngerte zudem das Lebensalter, selbst bei alten Zellen. Die Zahl der PD&#8217;s, der Popupaltionsverdoppelungen liefert ein ausgezeichnetes Ma\u00df zur Messung der Zellteilungen. Wenn &#8220;Sp\u00e4tpassierer&#8221;-Fibroblasten der Lunge nach 55 PD&#8217;s (Populationsverdoppelungen) in das carnosinhaltige Medium gebracht wurden, dann lebten sie von 69 bis 70 PD&#8217;s, verglichen mit 57 bis 61 PD&#8217;s der Fibroblasten ohne Carnosin-Zugabe. Hinzukommt, dass die ins carnosinhaltige Medium verbrachten Fibroblasten eine Gesamtlebensspanne von 413 Tagen erreichten, verglichen mit 126 bis 139 Tagen der Kontroll-Fibroblastenen. Carnosin vergr\u00f6\u00dferte die chronologische Lebensspanne<br \/>\nweitaus st\u00e4rker als die PD&#8217;s in den australischen Experimenten.<\/p>\n<p>Wenn Zellen aus dem carnosinhaltigen Medium schlie\u00dflich das Stadium der Zellalterung erreichen, dann bewahren sie dennoch ein normales oder wenigstens geringeres Alterungsstadium. Die F\u00e4higkeit von Carnosin den jugendlichen Phenotyp bewahren oder wiederherstellen zu k\u00f6nnen l\u00e4\u00dft vermuten, dass es helfen k\u00f6nnte, die zellul\u00e4re Hom\u00f6ostasis (Aufrechterhaltung des sog. Inneren Milieus des K\u00f6rpers) zu erhalten.<\/p>\n<p>Zwei japanische Studien demonstrieren die F\u00e4higkeit von Carnosin, kultivierte Fibroblasten stabilisieren und sch\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Die erste Studie zeigt, dass Carnosin einen Faktor namens Vimentin zu stimulieren vermag, der wiederum die Robustheit der Fibroblasten f\u00f6rdert. (Ikeda D et al., 1999). Vimentin ist ein strukturiertes Protein das den Fibroblasten und endothelialen Zellen Kraft und Stabilit\u00e4t verleiht.<\/p>\n<p>Die zweite japanische Studie zeigt, dass Carnosin die Integrit\u00e4t von Rattenfibroblasten in einem mangelhaften Medium zu bewahren vermag (Kantha SS et al., 1996). Die Fibroblasten im mangelhaften Medium verloren bereits nach einer Woche ihre karakteristische Form, w\u00e4hrend die Fiboblasten im carnosinhaltigen Milieu ihre gesunde Erscheinungsform bewahrten. Nach vier Wochen zeigten die Fibroblasten aus dem carnosinhaltigen Milieu nach wie vor ihre zellul\u00e4re Integrit\u00e4t, w\u00e4hrend die anderen nicht l\u00e4nger lebensf\u00e4hig waren.<\/p>\n<p>Diese Studie untersuchte weiter das 8-hydroxydeoxyguanosin (8-OH dG) Niveau, ein Marker f\u00fcr oxidative Sch\u00e4digungen an DNA an Fibroblastenkulturen mit und ohne Carnosin. Dabei fanden sie heraus, dass Carnosin das 8-hydroxydeoxyguanosin Niveau in den Fibroblasten nach vier Wochen auf signifikante Weise zu reduzieren vermochte. Der Oxidation von DNA wird ein wesentlicher Anteil nicht nur an der zellul\u00e4reren Alterung, sondern auch an der Krebsentstehung zugeschrieben und es scheint, als m\u00fc\u00dfte 8-hydroxydeoxyguanosin tats\u00e4chlich als Marker f\u00fcr Krebsrisiko gesehen werden (Kasai H, 1997).<\/p>\n<p>Der revitalisierende Effekt von Carnosin auf kultivierte Fibroblasten k\u00f6nnte eine Erkl\u00e4rung f\u00fcr die verbesserte post-chirurgische Wundheilung bei entsprechendem Carnosinniveau geben. Eine andere japanische Studie zeigt, dass Carnosin die Granulation unterst\u00fctzt, ein Heilungsprozess, bei dem proliferalisierte Fibroblasten und Blutgef\u00e4\u00dfe tempor\u00e4r einen Gewebedefekt ausf\u00fcllen (Nagai K et al., 1986). Eine brasilianische Studie zeigte, dass sich das Granulationsgewebe bei Ratten unter extra Carnosingaben auf einem h\u00f6heren Niveau der Kollagensynthese schneller entwickelte und festigte (Vizoli MR et al., 1983). Die japanische Studie lieferte auch den Beweis daf\u00fcr, dass Carnosin das regenerative Potential des K\u00f6rpers wiederherzustellen vermag, wenn dieses durch herk\u00f6mmliche Medikamente unterdr\u00fcckt worden war.<\/p>\n<p>Kann der verj\u00fcngende Effekt von Carnosin auf Zellen und Zellkulturen auf den gesamten Organismus \u00fcbertragen werden? Vergleichbare Antialterungseffekte wurden jetzt bei M\u00e4usen festgestellt. Eine rezente russische Studie untersuchte die Wirkung von Carnosin auf die Lebensspanne und Alterungsindikatoren bei M\u00e4usen in fortgeschrittenem Alterungsstadium (Yuneva MO et al., 1999; Boldyrev AA et al., 1999). Eine H\u00e4lfte der M\u00e4use erhielt beginnend im Alter von 10 Monaten zus\u00e4tzliche Gaben von Carnosin im Trinkwasser. Dabei erweiterte sich die Lebensspanne im Durchschnitt um 20%, verglichen mit den M\u00e4usen ohne Carnosinzugaben. Carnosin konnte zwar nicht das 15 monatige maximale Lebensalter der alterungsbeschleunigten Mausgruppe \u00fcbertreffen, aber es erh\u00f6hte deutlich die Zahl der M\u00e4use, die bis ins hohe Alter \u00fcberlebten. Von den M\u00e4usen, die die zus\u00e4tzlichen Carnosingaben erhalten hatten, erreichten etwa doppelt so viele das reife Alter von 12 Monaten gegen\u00fcber den M\u00e4usen, die keine zus\u00e4tzlichen Carnosingaben erhalten hatten. Gleichzeitig zeigten die gemessenen Alterungsindikatoren in diesem hohen Alter von 10 Monaten ein wesentlich g\u00fcnstigeres Ergebnis.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/biocybernetics.de\/shop\/l-carnosin-kapseln\/\">Carnosin<\/a> verbesserte deutlich das gesamte Erscheinungsbild der alten M\u00e4use, deren Fell und Farbe wesentlich st\u00e4rker an das der jungen M\u00e4use erinnerte. M\u00e4use, die mit weiter erh\u00f6hten Carnosingaben behandelt wurden, hatten ein gl\u00e4nzendes Fell (44% gegen\u00fcber 5%), w\u00e4hrend gleichzeitig deutlich weniger Hautgeschw\u00fcre zu verzeichnen waren (14% gegen\u00fcber 36%). Auf Haarverlust und Haarstruktur jedoch schien Carnosin keine Auswirkung zu haben. Dagegen konnte Carnosin eine deutliche Reduzierung spinaler lordokyphosis (Kr\u00fcmmung der Wirbels\u00e4ule) und periophtalmischer Sch\u00e4digung (Sch\u00e4digungen im Augenbereich) bewirken, eine beeintr\u00e4chtigte corneare Opazit\u00e4t (Duchla\u00dfgrad einer einfallenden Lichtintensit\u00e4t der Hornhaut des Auges) jedoch nicht beeinflussen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6\u00dfte Kontrast zwischen behandelten und unbehandelten M\u00e4usen war jedoch in ihrem Verhalten zu beobachten. Nur 9% der unbehandelten M\u00e4use zeigten das normale Reaktionsverhalten, verglichen mit 58% der mit Carnosin versorgten M\u00e4use.<br \/>\nDie Untersucher ma\u00dfen des weiteren biochemische Indikatoren im Zusammnehang mit der Hirnalterung. Die Hirnmembranen der mit Carnosin versorgten M\u00e4use zeigten ein deutlich niedrigeres Niveau von MDA (Malondialdehyd), ein hochgiftiges Produkt des Lipidstoffwechsels der Membranen. Die MAO-B (monoamino-oxidase B) Aktivit\u00e4t war bei den mit Carnosin behandelten M\u00e4usen um 44% niedriger, was die Aufrechterhaltung eines Dopaminstoffwechsels anzeigt. Die Glutamatbindungen an den zellul\u00e4ren Rezeptoren verdoppelten sich nahezu in der mit Carnosin versorgten Gruppe. Da Glutamat (u.a. Ausgangsstoff f\u00fcr Glutamin) einer der wichtigsten aktivierenden Neurotransmitter ist, k\u00f6nnte dies das wesentlich nat\u00fcrlichere Reaktionsverhalten der mit Carnosin gef\u00fctterten M\u00e4use erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Diese Studie zeigt, dass Carnosin die meisten der messbaren Gr\u00f6\u00dfen f\u00fcr das gesamte Erscheinungs- und Verhaltensbild, physiologische Gesundheit, Verhalten, Biochemie des Hirns als auch die erweiterte Lebensspanne bei alternden M\u00e4usen verbessert. Die Untersucher kommen damit zu dem Schlu\u00df, dass mit Carnosin versorgte M\u00e4use den physiologischen Vorg\u00e4ngen des Alterns gegen\u00fcber als resistenter bezeichnet werden k\u00f6nnen (Boldyrev AA et al., 1999).<\/p>\n<p>Protein Carboxilierung (Katalysation von Eiwei\u00dfmolek\u00fclen durch Einf\u00fchrung von CO2)<br \/>\nDer Grund daf\u00fcr, dass \u00e4ltere Menschen \u2013 und Tiere \u2013 anders aussehen als die Jungen, hat mit Ver\u00e4nderungen in den Proteinen des K\u00f6rpers zu tun. Die Proteine sind wohl die verantwortlichsten und wichtigsten sog. Bausteine des lebenden und funktionierenden K\u00f6rpers, so dass deren Sch\u00e4digungen derartig dramatische Auswirkungen auf Funktion und Aussehen hervorzurufen verm\u00f6gen. Oxidation (und durch Freie Radikale) und Prozessen wie der Glykolisierung (Protein-Zucker Reaktionen).<\/p>\n<p>Carnosin richtet sich durch seine antioxidativen und antiglykolisierenden Wirkungen, seine F\u00e4higkeit zur Neutralisierung von reaktiven Aldehyden und der Chelatisierung von Metallen sowie der Lipidperoxidation gegen die Hauptausl\u00f6ser einer Proteincarbolisierung. Carnosin entspricht den Eigenschaften der Proteincabolisierung in einem Ma\u00dfe, dass man sich zu der spekulativen Feststellung hingerissen f\u00fchlt, die Evolution selbst h\u00e4tte das Carnosin speziell f\u00fcr diese Aufgabe geschaffen, um unsere Proteine vor Carbolisierung und anderen sch\u00e4dlichen Modifikationen zu bewahren.<\/p>\n<p>Ein ausgezeichnetes Beispiel f\u00fcr das breitgef\u00e4cherte Spektrum von Carnosin zum Schutz vor Proteinmodifikation wird uns durch MDA (Malondialdehyd) geliefert. Dieses giftige Produkt der Lipidperoxidation verursacht Proteinmodifikation, \u00dcberkreuzbindungen, Glykolisierung und AGE-Bildung (Burcham PC et al., 1997).<\/p>\n<p>Carnosin hindert MDA an der Carbolisierung von Albumin (Hauptprotein des Serums) und Kristallin (aus vier Fraktionen bestehendes Eiwei\u00df der Augenlinse, das ein unl\u00f6sliches Albuminoid enth\u00e4lt) und zwar in konzentrationsabh\u00e4ngiger Weise. MDA glykolisiert Albumin was zu \u00dcberkreuzbindungen und Endprodukten der Glykolisierung (AGE) f\u00fchrt, aber durch Carnosin verhindert werden kann. Tabelle 1 fasst einige der vielen Ergebnisse von Laboruntersuchungen zusammen, um einen \u00dcberblick dar\u00fcber zu geben, in welchem Ma\u00dfe Carnosin in der Lage ist, unsere Proteine vor den verschiedensten sch\u00e4digenden Agenzien zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Glykolisierung und AGE-Bildung<\/p>\n<p>AGE zeigt seine sch\u00e4digende Wirkung auf zwei Ebenen. Am deutlichsten ist die physische Beeintr\u00e4chtigung der Proteine, der DNA und der Lipide durch Ver\u00e4nderung ihrer chemischen Eigenschaften. Sie fungieren als zellul\u00e4re Signale, indem sie, wenn sie ihre zellul\u00e4re Bindung eingehen, eine Kaskade destruktiver Vorg\u00e4nge ausl\u00f6sen (siehe den Zwischentext mit dem Titel &#8220;AGE und RAGE&#8221;). Die Folge ist eine bis zu 50-fache Zunahme an Freien Radikalen. Oxidative Belastung wird oft als fixierte AGE-Bildung bezeichnet, ein gef\u00e4hrlicher Kreislauf von oxidativer Belastung und AGE-Kumulation.<\/p>\n<p>Carnosin ist bei weitem das sicherste und wirksamste nat\u00fcrliche Antiglykolisierungsagens. Eine Vielzahl von Untersuchungen mit breitgef\u00e4cherten experimentellen Modellen demonstrieren, dass Carnosin die Proteinglykolisierung und die AGE-Bildung verhindert Durch die strukturelle \u00c4hnlichkeit mit den Glykolisierungagentien die die Proteine angreifen, wird Carnosin gern als &#8220;ausgew\u00e4hlter Erl\u00f6ser&#8221; gesehen. Wenn Carnosin glykolisiert wird, dann bewahrt es die Proteine vor dem gleichen Schicksal. Glykolisiertes Carnosin ist nicht mutagen im Gegensatz zu Aminos\u00e4uren wie Lysin, die durch Glykolisierung entsprechend des bekannten Ames-Test mutagen wird (Hipkiss AR, Michaelis J, Syrris P, et al., 1995).<\/p>\n<p>Carnosin unterbindet nicht nur die Bildung von AGE, es kann auch die normalen Proteine vor der giftigen Wirkung des sich bereits gebildeten AGE sch\u00fctzen. Belegt wurde diese Erkenntnis durch ein elegantes Experiment am King&#8217;s College der Universit\u00e4t von London (Brownson C et al., 2000; Hipkiss AR et al., 2000). Die Wissenschaftler setzten ein Glykolierungsagens mit dem Namen Methylglyoxal (MG) ein, das mit dem in K\u00f6rperproteinen vorkommenden Lysin und Arginin reagiert.<\/p>\n<p>Die Studie zeigt, dass Carnosin die \u00dcbertragung auf gesunde Proteine verhindern kann. Weiterhin wurden Beweise daf\u00fcr gefunden, dass Carnosin mit ihnen reagiert und sogar in der Lage ist, Carbonylgruppen aus glykolisierten Proteinen zu entfernen. Diese Studie demonstriert den einmaligen Drei-Stufenschutz von Carnosin gegen eine Anh\u00e4ufung von zu Schaden gekommenen Proteinen: Carnosin sch\u00fctzt vor Proteincarboxilierung, hindert besch\u00e4digte Proteine daran, gesunde Proteine zu infizieren und unterst\u00fctzt das proteolytische System (Abbau von Proteinen und Peptiden durch hydrolytische Spaltung der Peptidbindung mit Freisetzung der Aminos\u00e4uren) bei der Beseitigung von schadhaften und unbrauchbaren Proteinen.<\/p>\n<p>Genomschutz<\/p>\n<p>Die DNA (Desoxyribonukleins\u00e4ure \u2013 DNS) ist in den Chromosomen organisiert, wobei jedes von ihnen eine entsprechend strukturierte Doppelhelix bildet, die die Gene enthalten. Oxidative Belastungen verursachen in den Chromosomen Br\u00fcche und andere Abweichungen und f\u00fchren mit zunehmendem Alter zu Verklumpungen. Ein faszinierendes Experiment zeigt die paradoxen Wirkungen von Antioxidanzien auf oxidativ gesch\u00e4digte Chromosomen (Gille JJ et al., 1991). Diese Studie setzt eine Hyperoxie (Erh\u00f6hung des Sauerstoffpartialdruckes in Blut und K\u00f6rpergeweben) ein, ein Ausgetztsein an nahezu reinen Sauerstoff (90%) als einen physiologisch nat\u00fcrlichen oxidativen Faktor. Hyperoxie generiert an genau den Stellen freie Radikale, wo sich diese im Laufe des Lebens normalerweise bilden.<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler untersuchten die F\u00e4higkeiten verschiedener Antioxidanzien \u2013 einschlie\u00dflich Vitamin C, N-Acetylcystein (NAC), Vitamin E, Carnosin und eine Form von Glatathion \u2013 um auf diese Weise die Chromosomen in den Ovarien chinesischer Hamster vor oxidativer Sch\u00e4digung zu sch\u00fctzen. Einige der getesteten Antioxidanzien agierten jedoch pro-oxidativ: Sie erh\u00f6hten die oxidative Sch\u00e4digung und verschlimmerten die Auswirkungen der Hyperoxie. Es ist dies ein wohlbekanntes Ph\u00e4nomen, dass sich einzelne Antioxidanzien manchmal im K\u00f6rper zu Pro-oxidanzien wandeln. Dies ist u. a. f\u00fcr Eingeweihte mit ein Grund, nicht nur ein Antioxidanz, sondern gleich eine ganze Palette davon zuzuf\u00fchren. In dieser Studie konnte nur f\u00fcr ein Antioxidanz eine signifikante Verringerung der Sch\u00e4digung der Chromosomen beobachtet werden und das war Carnosin. Zellkulturen ohne irgendeinen Zusatz von Antioxidanzien zeigten 133 chromosomale Abweichungen bei 100 Zellen. Carnosin verringerte dieses Sch\u00e4digungsniveau um 2 Drittel auf nur 44 chromosomale Abweichungen bei 100 Zellen. Carnosin konnte 68% aller Zellen voll in Takt halten, verglichen mit nur 46% bei den Kontrollzellen.<\/p>\n<p>Neurodegeneration<br \/>\nDie reiche Zufuhr an Oxygenium, Glukose, Membranlipiden und Metallen zum Gehirn k\u00f6nnte eine Erkl\u00e4rung daf\u00fcr liefern, warum es normalerweise ebenfalls reichlich mit Carnosin versorgt wird. Carnosin sorgt f\u00fcr eine Herabsetzung von: oxidativen Belastungen, zu AGE f\u00fchrenden Protein-Zucker Interaktionen (siehe oben), Lipidperoxidationen sowie giftigen Kupfer- und Zinkbelastungen. Des weiteren wird die F\u00e4higkeit des Carnosin zur Verj\u00fcngung alternder Zellen f\u00fcr die Langlebigkeit der Neuronen verantwortlich gemacht, da diese sich nicht zur Bildung neuer Zellen teilen. Wir wollen im Folgenden eine \u00dcbersicht \u00fcber die die Neuronen sch\u00fctzenden Eigenschaften von Carnosin und zwar unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Alzheimer Krankheit.<\/p>\n<p>Hirnalterung und \u2013degeneration sind markiert durch Proteincarboxilierung. Deshalb wurde k\u00fcrzlich eine spezielle, h\u00f6chst sensitive Untersuchung f\u00fcr Carbonylproteine entwickelt. Angewandt auf menschliches Hirngewebe, geht diese Untersuchung davon aus, dass der Carbonylgehalt der Neuronen um ein mehrfaches h\u00f6her ist, als bei Patienten der Alzheimer Krankheit sowie in Kontrollpersonen gleichen Alters (Smith MA et al., 1998).<br \/>\nFortschritte in der Zellkulturtechnik erlauben es den Wissenschaftlern ertsmalig Neuronen \u00fcber l\u00e4ngere Zeitr\u00e4ume hinweg in Kulturen beobachten zu k\u00f6nnen. So haben Wissenschaftler der Universit\u00e4t von Kentucky ertmals diese Technik angewandt, um &#8220;das Altern im Experiment&#8221; zu untersuchen (Aksenova MV et al., 1999). Sie fanden dabei heraus, dass der Proteincarbonylgehalt bereits eine Woche bevor sichtbare Ver\u00e4nderungen im Hinblick auf die Lebensf\u00e4higkeit von kultivierten Neuronen aus dem Hippocampus des Rattenf\u00f6tus zu erkennen waren, zu steigen begann. An einem Punkt, an dem nur 10 bis 20% der Neuronen nicht mehr lebensf\u00e4hig waren, hatte sich das Proteincarbonylniveau bereits verdoppelt und es zeigten sich in vielen Zellen mit hohem Carbonylniveau geschwollene, ungesunde Zellk\u00f6rper.<\/p>\n<p>Die Kentucky-Studie konnte ebenfalls die Erkenntnisse fr\u00fcherer Studien in Bezug auf Zusammenh\u00e4nge zwischen Proteinoxidation und verminderter Aktivit\u00e4t des Energie\u00fcbertragungsenzyms Kreatinkinase, das gegen\u00fcber der Oxidation sehr empfindlich ist,<br \/>\nst\u00fctzen. Dies f\u00fchrt zu verringertem Energiemetabolismus im Gehirn \u2013 ein wesentliches Merkmal der Alzheimer Krankheit.<\/p>\n<p>Erregungsvergiftung und Schlaganfall<\/p>\n<p>Eine vielen neurologischen St\u00f6rungen zugrunde liegende Pathologie ist die Erregungsvergiftung. Sie wird verursacht durch exzessive Freisetzung durch oder einer exzessiven Sensibilit\u00e4t gegen\u00fcber Glutamat, einem wichtigen neuronalen Erregungs\u00fcbertr\u00e4ger. Erregungsvergiftung f\u00fchrt zu einer Kaskade von Vorg\u00e4ngen einschlie\u00dflich zu Zelltod durch Membranpolarisierung. Oxidative Belastungen und Erregungsvergiftungen k\u00f6nnen sich wie in einem vizi\u00f6sen Zirkel sogar noch gegenseitig verst\u00e4rken.<\/p>\n<p>Es ist m\u00f6glich, dass eine Erregungsvergiftung mit Komplikationen die Auswirkungen eines Schlaganfalles bestimmen. Im Hinblick auf die Alzheimer Krankheit haben Laborexperimente gezeigt, dass Beta-amyloid kultivierte Neuronen in den erregungsvergifteten Tod f\u00fchren kann (Doble A, 1999).<\/p>\n<p>Carnosin und Glutamat werden zusammen in presynaptischen Endungen im Gehirn gefunden.<br \/>\nExperimentelle Ergebnisse zeigen, dass Carnosin die Zellen vor dem erregungsvergiftenden Tod zu sch\u00fctzen vermag, was die Annahme st\u00fctzt, dass Carnosin dem gleichen Zweck in unserem Gehirn dient. Eine interessante russische Studie zeigt, dass Carnosin ausgesetzte Gehirnzellen von Ratten gegen\u00fcber dem erregungsvergiftenden Tod durch das Glutamatanalogon NMDA resistent sind (Boldyrev A et al., 1999).<\/p>\n<p>Wissenschaftler setzten Rattenneuronen physiologischen Kupfer- und Zinkkonzentrationen aus und die Neuronen starben, wohingegen bereits moderate Gaben von Carnosin die Neuronen vor den giftigen Auswirkungen dieser Metalle zu sch\u00fctzen vermochte (Horning MS et al., 2000).<br \/>\nEine wahre Flut neuester Untersuchungspapiere zeigen die zentrale Rolle von Kupfer und Zink im Zusammenhang mit der Entstehung der Alzheimer Krankheit. Das Niveau dieser Substanzen ist im Gehirn der Alzheimer Patienten erh\u00f6ht, besonders aber in der Beta-amyloid-Plaque (&#8220;senile Plaque&#8221;), welches die zentralen Verursacher dieser Krankheit sind (siehe auch den Zwischentext &#8220;Kupfer, Zink und Alzheimer&#8221;)<\/p>\n<p>Ein Durchbruch zu neuen Erkenntnissen gelang einer Untersuchung, die zu der Entdeckung f\u00fchrte, dass Chelatbildner f\u00fcr Kupfer und Zink in der Lage sind Beta-amyoid-Ablagerungen in post-mortalen menschlichen Gewebemustern aus dem Gehirn von Alzheimer Patienten aufzul\u00f6sen Cherry RA et al., 1999). Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass &#8220;Agenzien, die speziell mit Kupfer- und Zinkionen Chelate bilden, jedoch Mg(II) und Ca(II) enthalten, von gro\u00dfem therapeutischem Nutzen zur Behandlung der Alzheimer Krankheit sein k\u00f6nnten&#8221;.<\/p>\n<p>Carnosin entspricht diesen Anforderungen und besitzt daneben die F\u00e4higkeit der pH-Pufferung und Neutralisation von Hydroxylradikalen. Nicht nur vermag Carnosin mit Kupfer und Zink Chelate zu bilden, sondern die Gegenwart von Kupfer- und Zinkionen vermag das Potential von Carnosin zur Neutralisierung der Superoxydradikale noch zu erh\u00f6hen (Gulyaeva NV, 1987).<br \/>\nDies ist besonderns bedeutsam, da Beta-amyloid Endothelzellen (in den W\u00e4nden der Blutgef\u00e4\u00dfe) im Gehirn besonders schnell zu sch\u00e4digen vermag und bereits in niedrigen Konzentrationen oxidative Belastungen verursacht, speziell in der Form von Superoxydradikalen (Thomas T er al., 1996). Mikrovaskulare Sch\u00e4digungen sind die Vorl\u00e4ufer f\u00fcr die Alzheimer Krankheit, die allen anderen pathologischen Erscheinungen vorangeht.<\/p>\n<p>Eine Theorie zur Entwicklung der Alzheimer Krankheit behauptet, dass die beobachteten mikrovaskul\u00e4ren Sch\u00e4digungen die eigentliche Ursache der Krankheit sind, da sie die Nahrungszufuhr f\u00fcr die Gehirnzellen beeintr\u00e4chtigen (de la Torre JC, 1997). Ein Experiment mit Endothelzellen aus dem Gehirn der Ratte zeigt, dass Carnosin in der Lage ist, vor derartigen Sch\u00e4digungen einen ausreichenden Schutz zu bieten. Wurde das Endothelium Beta-amyloid einer physiologischen Carnosinl\u00f6sung ausgesetzt, dann zeigten sich die Sch\u00e4digungen an den endothelialen Zellen in deutlich verringertem Ma\u00dfe oder waren g\u00e4nzlich verschwunden (Preston JE et al-. 1998).<\/p>\n<p>Ein anderes Experiment das vom gleichen britischen Team durchgef\u00fchrt worden war, konnte den Nachweis erbringen, dass Carnosin in der Lage ist, endotheliale Gehirnzellen vor Sch\u00e4digungen durch MDA (Malondialdehyd), einem giftigen Produkt der Lipidperoxidation, zu sch\u00fctzen. Carnosin verhinderte die Proteincarboxilierung und die \u00dcberkreuzbindung, w\u00e4hrend gleichzeitig zellul\u00e4re und mitochondriale Funktionen gesch\u00fctzt wurden (Hipkiss AR et al., 1997). Ein drittes Experiment zeigte, dass Carnosin diese Zellen ebenfalls vor Sch\u00e4digungen durch Acetaldehyde als Alkoholabbauprodukte zu sch\u00fctzen vermag HipKiss AR et al., 1998).<\/p>\n<p>AGE und Amyloid-Ablagerungen (Plaque)<\/p>\n<p>Carnosin arbeitet entlang vieler Stoffwechselwege zum Schutz vor Amyloidablagerungen, bietet Schutz vor Vergiftung durch diese Ablagerungen, es verhindert sie und kann sogar den Abbau dieser Ablagerungen unterst\u00fctzen wie Laborexperimente gezeigt haben. Eine Untersuchung dar\u00fcber, wie die Ablagerungen einen zus\u00e4tzlichen Stoffwechselweg aufdecken.<br \/>\nDer erste Schritt zur Plaquebildung vollzieht sich langsam und besteht in der umkehrbaren Entwicklung eines Kerns, gefolgt von einer Phase schneller \u00dcberkreuzbindung und Wachstum.<br \/>\nAGE (siehe &#8220;Glykolisierung und AGE-Bildung&#8221;) beschleunigt diese beiden Schritte durch \u00dcberkreuzbindung l\u00f6slicher Monomere zur Bildung unl\u00f6slicher Aggregate. Die Untersucher vermuten, dass der entscheidende Schritt in der Bildung eines stabilen Amyloidkerns und der \u00dcberkreuzbindung von Beta-amyloid durch AGE besteht (Munch G et al., 1997).<\/p>\n<p>Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Beta-amyloid \u00dcberkreuzbindung durch drei AGE-Faktoren unterbunden wurde: Die Pharmazeutika Aminoguanadin und Tenilsetam und Carnosin.<br \/>\nTenilsetam hat seinen klinischen Nutzen f\u00fcr die Alzheimer Krankheit demonstriert. Die Untersucher inkubierten Beta-amyloid mit Fruktose, die im Gehirn einen gro\u00dfen Anteil ausmacht und mit Proteinen um bis das Zehnfache schneller mit Proteinen \u00dcberkreuzbindungen eingeht als Glukose. L\u00f6sliches Amyloid verschwindet und angetrieben durch AGE \u00dcberkreuzbindungen bilden sich die unl\u00f6slichen Aggregate. Alle drei AGE-Inhibitoren konnten \u00dcberkreuzbindungen von Beta-amyloid verhindern und sie nahezu 100%tig in l\u00f6slicher Form halten. Sehen wir die Abh\u00e4ngigkeit des Gehirns von der Glukose f\u00fcr den n\u00f6tigen Energiestoffwechsel und den ungew\u00f6hnlich hohen Anteil an Fruktose im Verh\u00e4ltnis zur Glukose (etwa 1:4 verglichen mit 1:20 im Plasma), dann scheint es, dass Carnosin als eine Art nat\u00fcrlicher Schutz vor dem Glykolisierungsprozess fungiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4>zu unserem <a href=\"https:\/\/biocybernetics.de\/onlineshop\/\">Onlineshop<\/a><\/h4>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>References<br \/>\n\u2022 Aksenova MV, Aksenov MY, Markesbery WR, et al. Aging in a dish: age-dependent changes of neuronal survival, protein oxidation, and creatine kinase BB expression in long-term hippocampal cell culture. J Neurosci Res. 1999; 58(2):308-17.<br \/>\n\u2022 Atwood CS, Moir RD, Huang X, et al. Dramatic aggregation of Alzheimer Ab by Cu(II) is induced by conditions representing physiological acidosis. J Biol Chem. 1998; 273(21):12817-26.<br \/>\n\u2022 Berlett BS, Stadtman ER. 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